ZWEIN Leben

Geschrieben von Maria Donner am . Veröffentlicht in Uncategorised

Ein Leben

Liebe unbekannte Urenkelkinder,
eure Eltern haben mich gebeten mein Leben aufzuschreiben, damit auch ihr irgendwann wisst, wie das Leben gelaufen ist, besonders, seit ich Jan kennengelernt hatte.Ich bin nun fast 80 Jahre und mein Körper ist alt.
Meine Kinder und Enkelkinder sind neben meiner Frau das wichtigste in meinem Leben gewesen.
Ich wünsche mir, dass ich euch noch kennenlerne, eure Eltern haben mir gestern erzählt, dass ein Zwillings Pärchen unterwegs ist. In ca. sechs Monaten werdet ihr das Licht der Welt erblicken, aber das was ich euch erzählen soll, werdet ihr in den ersten Jahren noch nicht verstehen. Also ich wünsche euch ein glückliches Leben und euch und der ganzen Familie viel Freude im Leben.

ZweitesLeben

Liebe unbekannte Urenkelkinder,
eure Eltern haben mich gebeten mein Leben aufzuschreiben, damit auch ihr irgendwann wisst, wie das Leben gelaufen ist.Ich bin nun fast 80 Jahre und mein Körper ist alt.
Meine Kinder und Enkelkinder sind neben meiner Frau das wichtigste in meinem Leben gewesen.
Ich wünsche mir, dass ich euch noch kennenlerne, Eure Eltern haben mir gestern erzählt, dass ein Zwillingspärchen unterwegs ist. In ca. sechs Monaten werdet ihr das Licht der Welt erblicken, aber das, was ich euch erzählen soll, wertet ihr in den ersten Jahren noch nicht verstehen.
Ich wünsche euch alles Gute und sehe euch als Hoffnungsträger, für die sich ein Wandel immer noch lohnen wird.

ZWeiNLeben

Beginnen wir also mit meinem Leben.

Als ich 20 wurde lebte ich in einem guten Bezirk in Berlin. Mir fehlte nichts, meine Eltern hatten ein gesichertes Einkommen und ich begann mit dem Studium. Ärzte hatten alle Chancen gutes Geld zu verdienen und ich interessierte mich für Zahnmedizin. Das Studentenleben war schön und trotz der vielen und auch fordernden Studiengänge ich, führte ich ein gutes Leben.
Nach zwei Jahren lernte ich Jutta, meine spätere Frau und eure Uroma, kennen. Wir heirateten zwei Jahre, nachdem ich mit einem Zahnarzt in Berlin eine Gemeinschaftspraxis eröffnet hatte. Zwei Jahre später kam unser ältester Sohn Markus zur Welt und drei Jahre später Nicole und Frederik.
Meine Familie war schon immer sozial eingestellt und so hatten wir, weil es uns gut ging, schon immer an soziale Vereine gespendet und auch drei Patenkinder förderten wir. Eins in Südamerika, eins in Afrika und eines auf den Philippinen. Wir gaben Geld aus für die Armen und fühlten uns wohl.Wir waren mit der Familie in Urlaub auf Lanzarote. Wir genossen das tolle Hotel, den Service und das Relaxen. Die Kinder waren stundenweise im Kindergarten und eure Uroma und ich hatten mal wieder Zeit für uns und für das Sport Angebot. An einem Mittwoch gab es Aufregung am Strand. Flüchtlinge aus Afrika waren dort gelandet. Sie waren vor ihren Lebensverhältnissen in der Heimat geflohen. Die Behörden und die Polizei regelte alles und nach einigen Stunden war es eigentlich wieder vergessen.

ZweitesLeben

Jahre später stand diese Situation wieder vor meinen Augen. Aber da konnte ich nichts mehr ändern.
Es waren die ersten Anzeichen, dass diese Menschen in ihrer Heimat kein Zuhause mehr fühlten.

 

Ein Leben
Am Nachmittag, wir hatten mit unseren Kindern eine schöne Bucht in der Nähe des Hotels entdeckt und genossen dort das Strandleben, stand Jan vor uns. Ein Mensch mit einer ungemein sympathischen Ausstrahlung aber auch mit einer Sicherheit die ich nur bei ganz wenigen Menschen gesehen hatte. Also er stand vor uns und wir kamen ins Gespräch. Er fragte uns nach den Flüchtlingen, die morgens am großen Strand gelandet waren und wie diese gewirkt hätten.
Wir hatten all dies nicht wirklich wahrgenommen, uns taten die Menschen leid, aber mehr Gedanken hatten wir uns nicht wirklich gemacht.
Jan erzählte dann etwas von sich und wir tauschten Visitenkarten aus. Was wir uns merkten war, dass er für die Flüchtlinge einiges tun wollte, damit diese ein gute Leben bekämen. Um ehrlich zu sein ich habe ihn da nicht wirklich verstanden, es war alles so verschieden zu dem, was ich kannte und was ich meinte. Ich spendete für die armen Menschen und ermöglichte einiges, mit meinem Geld.
Jan diskutierte nicht mit uns, was er wirklich machte, aber seine Augen leuchteten und er strahlte aus, dass er ein Teil von dem sei, was eine wirkliche Veränderung für die Welt bringen würde – eine tolle Zukunft für alle.
Dann war Jan wieder weg und nach dem Urlaub hatten wir es schon fast vergessen, als uns eine E-Mail von ihm erreichte. Diese E-Mail hat mein Leben verändert und die Weichen für unser und eure Zukunft gestellt.

 

ZWeiNLeben
Das 21. Jahrhundert begann mit Technik, Bürokratie, dem Umgang miteinander, hohen Arbeitslosenzahlen, und vielen Menschen die am sogenannten „Burnout-Syndrom“ und ähnlichen Krankheiten litten und so nicht voll arbeitsfähig waren. Und dann gab es die Umweltprobleme – Müll, Energie, Lebensmittelskandale, …Ich werde mich auf diese sechs Bereiche beschränken, sie stehen für die Entwicklung und auch für die radikalen Veränderungen.

TECHNIK
Es war wichtig das Neuste und Beste auf dem Markt immer wieder zu besitzen. Wer dabei nicht mitmachte war oft OUT. Dies galt vom Handy, über den Computer in den verschiedenen Formen bis hin zu Küchen, die vielerlei Funktionen hatten, die aber von keinem Menschen wirklich ausgenutzt werden konnten. Auch bei den Autos gab es immer wieder Erneuerungen. Vieles zielte auf Prestige und Darstellung.
Es gab viele gute Ansätze, die sich mit geringerem Energieverbrauch, umweltverträglichen Bau und Abbau der Produkte beschäftigten. Aber diese blieben oder verschwanden oft in den verschiedenen Schubladen.
Nachhaltigkeit war ein Thema – aber an die Umsetzung glaubten viel zu wenig und viele Menschen wollten auch keine Veränderung, insbesondere in den Industriestaaten. Uns ging es ja gut.

BÜROKRATIE & POLITIK
Nach Jahren des Wirtschaftswachstums gab es einige Krisen. Aber sobald die Krise vorbei war wurde munter mit den alten Methoden weitergearbeitet.
Hier in Deutschland wurde die X-te Steuer- und Gesundheitsreform beschlossen und von der Opposition beschossen. Statt weniger, wurde immer mehr Bürokratie benötigt, um überhaupt etwas am Laufen zu halten. Jeder beäugte seine „Errungenschaften“ und verteidigte diese mit allen legalen Mitteln.Es gab viel GEGEN aber sehr wenig FÜR. Es ging Gegeneinander – und jeder wollte es zu seinem BESTEN. Man stand sich GEGENÜBER, aber Vertrauen war nicht wirklich gegeben. Es gab Demonstrationen gegen Atomkraft, gegen Bahnausbau, gegen Steuerhöhungen, gegen Steuersenkungen, gegen …Die Menschen hatten Angst, etwas zu verlieren.
Die Politiker agierten nur noch die halbe Legislaturperiode. In der restlichen Zeit war Wahlkampf oder eine Zeit die „Anderen“ anzugreifen. Es war überall auf der Erde so. Eine Unruhe und Aufbruchsstimmung, aber keiner konnte hier wirklich etwas steuern.
Die Armen wurden ärmer, die Reichen hatten alle Chancen sich zu bereichern und strahlten dies auch aus.

UMGANG MITEINANDER
Es gab Gegenden, da ging keiner mehr gerne auf die Straße, aber auch in guten Vierteln gab es immer wieder Überfälle.
Nachbarn stritten über Kleinigkeiten – teilweise bis zum Tode.
Menschen die viel hatten zeigten sich mit Ihren Statussymbolen und viele Menschen, denen das Geld nur zum Leben reichte, versuchten mitzuhalten, damit besonders die Kinder auch noch eine Chance erhielten.Nachbarschaften die nach dem 2. Weltkrieg über Jahrzehnte entstanden waren und allen Halt gaben wurden immer weniger. Menschen, die Erfahrungen mit dem Krieg gesammelt hatten, wurden immer weniger.
Wenn im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts es noch normal war einfach mal beim Nachbarn oder bei Familienangehörigen vorbeizuschauen änderten sich diese immer mehr. Erst anrufen war wichtig, damit Menschen nicht beim täglichen Fernsehkonsum gestört wurden. Oder Kinder liefen nicht einfach zu Freunden, wenn die Schule aus war. Es wurde telefoniert oder auch schon eine Woche vorher abgesprochen, damit es bei all den Verpflichtungen noch möglich war.Auch die Werte aus dieser Zeit erhielten einen immer geringeren Stellenwert. Die Nachkriegsgenerationen waren im gewissen Luxus aufgewachsen. Sie sollten es besser haben. Es gab immer genug besonders in den Industriestaaten. Und es gab Stellen, die arme Menschen auffingen. Einige Menschen arbeiteten nicht mehr, da sie mit staatlicher Unterstützung mehr Geld in der Tasche hatten als ohne. Es gab Familien, die über Generationen diese Unterstützung nutzten. In den verschiedenen Ländern war es natürlich unterschiedlich, aber in den Industriestaaten herrschte die „Nehmermentalität“.In den „Entwicklungsländer“ – Länder, die nicht oder nur gering industrialisiert waren, herrschten oft Hungersnöte. Zum einen bereicherten sich die reichen Länder an den Rohstoffen, zum anderen wurden viele dieser Länder von Wetterkatastrophen heimgesucht. So dass Ernten ausfielen, die nur durch Hilfe aus der Weltgemeinschaft ausgeglichen werden konnten. Besonders in den Armen Ländern gab es viel Korruption – Die Mächtigen dieser Länder verwerteten die Spenden nur zum Teil an die Armen. Den Rest haben sie selbst zu Geld gemacht oder damit andere „geschmiert“.
Die Mächtigen hielten mit Militär die Bevölkerung in Schach.
Was diese Zeit noch prägte war, dass die Menschen aus den verschiedenen Kulturen oft nicht miteinander sondern nebeneinander gelebt haben. Besonders, wenn viele Menschen aus einer Kultur in einem anderen Land wohnten, war ein Zusammenleben schwer. Einzelne Personen hatten da viel mehr Chancen. Es gab Integrierte und sogenannte Gettos, in denen Menschen aus dem Land sich in exotischen Ländern wähnten.

KRANK UND GESUND
Gesunde Menschen hatten viele Möglichkeiten – beruflich und auch in Vereinen und Funktionen. Kranke Menschen wurden eine Zeitlang mitgezogen, aber irgendwann hatte außer der Familie keiner mehr wirklich Zeit. Die Zeit war einfach zu schnelllebig.
Es gab Vereine und Selbsthilfegruppen, die sich um die Menschen und ihre Angehörigen kümmerten. Aber wer wirklich krank war, büßte oft einen großen Teil seines Bekanntenkreises ein. Die Familien der Kranken waren isoliert, denn sie konnten nicht mehr Mitmachen und wenn sie dann noch arm waren, nicht wirklich am Leben teilhaben. Die Kinder lebten isoliert. Besonders stark war dies in den großen Städten ausgeprägt. Aber auch auf dem Lande brauchen die Nachbarschaften auseinander – durch viele Menschen, die weit zur Arbeit fahren mussten.
Es wurden viele Erfolge erzielt und immer mehr Medikamente fanden den Weg zu den Patienten. Natürliche Heilmethoden und Heilmittel wurden von vielen Menschen bevorzugt. Aber dafür gab es keine Lobby und so wurden diese wegen fehlender Studien nicht mehr von Krankenkassen bezahlt.
All diese Medikamente gelangten nach der Passage durch den Menschen in die Umwelt – es war nicht absehbar, was wirklich dort landete.

UMWELT
Die Umwelt hatte viele Probleme. Wir Menschen waren ja so schlau. Uns fielen immer wieder Verbesserungen (-schlimmerungen) ein.
Damit mehr auf den Feldern wachsen konnte, wurden natürliche Lebensmittel immer mehr verändert. Resistent gegen Ungeziefer und Pilze, und, und, und
Erst wurde es Jahrelang bejubelt. Später gab es Stimmen, die darauf aufmerksam machten, dass neben dem sogenannten Ungeziefer und Unkraut auch die Insekten und Kräuter angegriffen wurden. Die Bienenvölker wurden krank oder konnten sich von dem, was auf dem Feld stand nicht mehr ernähren.
Die Zahl der Pflanzen und Tiere minimierte sich innerhalb von einigen Jahrzehnten um sehr viele Tiere. Es gab Tiere, die standen auf der roten Liste, weil nur noch wenige Exemplare davon in der freien Natur vorkamen.
Es gab Bauern, die sich um einige dieser Pflanzen und Tiere bemühten, aber es waren nur wenige, die es wirklich konsequent durchzogen.
Dann waren da noch ganz viel andere Probleme. Wir verschwendeten Energie. Unsere technischen Spielzeuge schluckten immer mehr. Und solange Geld genug da war, konnten sich Menschen so etwas ja leisten. An die Gemeinschaft wurde wenig gedacht.
Ebenso war es mit dem Müll. Berge davon wurden verbrannt, vergraben, weggeschmissen oder in den Meeren oder in den verbleibenden Wäldern entsorgt.
Alles und jedes wurde verpackt. Es gab Hygienevorschriften, die Ansätze für Müllvermeidung sehr schwer machten. Bei jedem Einkauf war ein Viertel der Dinge, die nach Hause gebracht wurden Umverpackung und Co.
Es war bekannt, dass das alles so nicht gut für die Umwelt, die Tiere und Pflanzen und die Menschen war. Aber auch hier fehlten die Ansätze und Menschen, die den Weg auch nach außen vertraten.
Es sind nur wenige der vielen Dinge, die nicht mehr harmonisch liefen. Ich möchte nur, dass ihr eine Ahnung erhaltet, wie es war.

ZweitesLeben

Es gab immer mehr Unruhen.
Es gab immer mehr Katastrophen.
Wir Menschen in den Industriestaaten machten weiter. Die Armen wurden ärmer die Reichen reicher.Es gab immer weniger Artenvielfalt.
Nach Jahren wurde auch den Menschen, die alle Zeichen vorher übersehen haben klar, die Erde verkraftet uns Menschen nicht mehr.


Ein Leben
2013 – das erste Umdenken
Wir blieben im Kontakt und immer wieder gab es Neues von Jan.
Und nicht nur von Jan. Es gab viele Menschen, die uns keine gute Zukunft voraussagten, wenn wir nicht endlich unser Leben verändern würden.
Es waren so viele Kleinigkeiten, die ihr gar nicht kennenlernen werdet und evtl. nicht mal mehr versteht. Denn das wird nicht zu eurem Leben zählen. Aber in Museen könnt ihr später einiges sehen und verstehen.
Hier schreibe ich nur einige wenige Beispiele auf, die Dimension haben wir damals aber nicht wirklich erkannt.
Die Veränderungen begannen ganz langsam.
Zuerst fanden die Aktiven, die sich für verschiedene Bereiche engagierten, mehr zusammen. Ich weiß nicht wodurch sich die Umgehensweise wirklich veränderte. War einfach die Zeit gekommen, wo viele Aktive dankbar waren, dass sie sich mit anderen Gleichgesinnten austauschen konnten.
Wo vorher auch unter den Aktiven Konkurrenz herrschte, wurde der Dialog gesucht. Das Engagement wurde gegenseitig anerkannt und hinterfragt. Jeder wollte die Ansätze der anderen verstehen. Sichtweisen, die vorher als die einzig wahren empfunden wurden, waren nicht mehr der Scheitel der Welt, sie waren Ansätze die mit den Sichtweise der Anderen verglichen wurden. Dann wurde aus all diesen Ansätzen gemeinsam ein Konzept erstellt, an dem dann nochmal und nochmal gearbeitet wurde, bis es so Ausformuliert war, dass es jeder auf der Erde verstehen konnte ohne dass Widerstand zu erwarten war.Das Ergebnis wurde von den meisten Menschen verstanden.
Es würde Einschnitte ins eigene Leben geben, auch das war jedem klar.
Aber es gab eine Linie, mit der alle Menschen auf der Welt leben konnten.
Diese gab Orientierung – etwas das es über Jahrzehnte nicht mehr gab.
Und es gab Gerechtigkeit – Weltweit. Denn jeder wurde auf eine Stufe gestellt. Es gab keinen höherwertigen Menschen, es gab weiterhin Unterschiede, aber keine Ausgrenzungen.Der erste Schritt war ein klarer Schnitt mit der Vergangenheit.
Innerhalb von drei Jahren sollte es weltweit nur noch eine Berechnungsgrundlage geben.
Alle Altlasten – Schulden, Guthaben, Ansprüche aus Vorleistungen wurden festgehalten und festgeschrieben. Genauso wurde mit den Verdiensten für die anderen oder auch Taten gegen andere vorgegangen. Nicht weil diese wieder verwertet werden sollten, sondern damit jeder sein ganz persönliches Guthaben und auch seine ganz persönlichen Schulden beziffert bekommt. Materiell aber auch ideell.
Nicht dass Menschen in der Zukunft mit falschen Angaben anderen weh tun konnten.
Parallel wurde weltweit das neue Wertesystem eingeführt. So, wie ihr es heute kennen lernt.Die Leitsätze lauteten schon damals:

  • Jeder Mensch ist gleichwertig.
  • Jeder Mensch ist einzigartig.
  • Jedes Wesen ist wichtig.
  • Jede Pflanze ist wichtig.

Gehe mit jedem Mensch, mit jedem Wesen, mit jeder Pflanze sorgsam um, denn nur wenn alles harmonisch miteinander lebt funktioniert der Lebenskreislauf.
Und das Wertesystem direkt hatte schon die Vorgaben.

  • Jedem Menschen stehen 24 Stunden am Tag zur Verfügung
  • Jedes Neugeborene braucht von Anfang an 24 Stunden Betreuung.
    Das ist das, was dem Neugeborenen zusteht. Im Laufe der Zeit wird sich der Bedarf ändern und angepasst werden.
  • Jeder Erwachsene bringt sich mit seinen Talenten für die Gemeinschaft ein. Dies kann regional oder auch global sein.
  • Wer sich 60 Stunden in der Woche für die Gemeinschaft einbringt ist mit allem was ein Mensch benötigt gut versorgt.
  • Es zählt alles, was für die Gemeinschaft ist – Kinderbetreuung, Ehrenamt, Versorgung von Menschen, die nicht mehr selbst für sich sorgen können, Arbeit, Anderen Freude bereiten, Anbau von Lebensmitteln, …
  • Egal, wo ein Mensch leben will, seine Leistungen für die Gemeinschaft sind weltweit anerkannt und können überall auf der Welt verwertet werden.
  • Jeder Mensch bringt sich seinen persönlichen Möglichkeiten ein.
  • Bei allem was wir einbringen wird immer beachtet, dass es mit den Leitsätzen im Einklang ist.

Es gab viele Diskussionen wie das denn funktionieren sollte. Wir waren an Geld gewöhnt. Es wurde immer für alles bezahlt.
Die Menschen hatten verstanden. Es gab nur zwei Wege:
Änderungen damit die Menschheit eine Zukunft auf der Erde hatte.
Wie bisher weitermachen, dann hätten nur wenige eine Chance, denn die Umwelt würde irgendwann zusammenbrechen. Anzeichen und Katastrophen gab es schon reichlich.

  • Umweltzerstörung in vielen Ländern
  • Minimierung der Tier- und Pflanzenvielfalt durch Zerstörung der Lebensräume
  • Minimierung der Lebensgrundlagen durch Dürren, Überschwemmungen, …
  • Armut, die Menschen aus der Heimat trieb
  • Ein Energie- und Ressourcenverbrauch, der in Zukunft nicht mehr möglich wäre
  • Kriege und Kriegsähnliche Auseinandersetzungen für das tägliche Überleben
  • Unsicherheit überall wo man auf der Erde hinkommen konnte. Denn überall stieg die Zahl der Verbrechen auf allen Ebenen

Es gab viele Unsicherheiten.
Und es fühlte sich an, dass es auch viel zu verlieren gab. Zu mindestens für die Menschen in den Industriestaaten und an den Spitzen der einzelnen Gesellschaften.
Aber schon kurz nachdem das System eingebracht wurde änderte sich das Verhalten.
Firmen änderten ihre Produkte und Produktionsabläufe. Es ging nicht mehr um immer höhere Umsätze. Es ging um Produkte und Dienstleistungen, die gut für alle Seiten waren.
Werbung und Marketing waren nicht mehr wichtig.

Wer was angeboten hat, der konnte mit klaren Aussagen zum Nutzen und Schaden seinen Beitrag leisten. Unternehmer, die ihre Produktion auf den wirklichen und wahren Bedarf abstimmten hatten die besten Chancen für ihr Unternehmen. Große Firmen wurden wieder kleiner. Besonders im chemischen und technischen Bereich verringerte sich die Produktion gewaltig. Nicht jeder wollte alles, vieles wurde für Menschengruppen angeschafft oder auch für ganze Städte.
Ich fand es besonders beachtenswert – das WIR-Gefühl stieg regional. Die Menschen rückten näher zusammen. Aber es wurde global gedacht.

In der Zeit wurde beispielsweise diskutiert: Ich habe Handy, Auto, Fernseher, Computer, Spielekonsolen, Musikanlagen, Werkzeuge, Fahrzeuge, Küchengeräte, Haushaltsgeräte, Gartengeräte … und du auch.
Wie kommen wir zusammen, dass sich diese Dinge minimieren und jeder einzelne trotzdem alles hat, was er braucht.
Es wurden Nutzungsgemeinschaften gebildet, die gemeinsam diese Dinge nutzten. Wer jeden Tag seine Musikanlage nutzte der gebrauchte sie natürlich weiterhin in seinen Räumen. Aber Rasenmäher, Autos, Werkzeuge, Haushaltsgeräte wurden passend mit mehreren oder vielen genutzt. Es gab Straßenzüge, da gab es genau zwei Rasenmäher. Und diese wurden von nur wenigen für alle Gärten genutzt. Das sparte Zeit und Menschen, die sich wohl fühlten bei dieser Arbeit und anderen Arbeiten im Garten erhielten von denen, die gerne kochten Mahlzeiten, die sie sich selbst nicht zubereitet hätten. Freiflächen oder auch Rasenflächen wurden minimiert und als Gemeinschaftsbeete bepflanzt. Zum Teil mit Lebensmitteln, zum Teil aber auch mit Blumen, Bäumen und anderen Pflanzen, die entweder schön oder nützlich oder beides waren.

Die Berufe änderten sich. Es war nicht mehr notwendig einer Arbeit im früheren Sinne nachzugehen. Der Beitrag für die Gemeinschaft führte zu einem Miteinander. Alles wurde gemeinsam getragen, wenn es gewollt war.
Es gab Distanz und Nähe, so wie es für die einzelnen sinnvoll war, ohne dass es irgendwer krumm nahm.
Menschen, die gerne zurückgezogen lebten, kümmerten sich in der Zeit um Dinge für die Gemeinschaft, ohne es in der Gemeinschaft zu fertigen.

Bildung wurde neu definiert. Alles, was die Stärken der einzelnen förderte wurde angepackt. Menschen mit hohen kreativen Stärken konnten schon sehr jung an Projekten mitarbeiten. Menschen mit gutem Sprachempfinden erhielten Möglichkeiten, die vorher überhaupt nicht angedacht wurden. Technische Stärken wurden besonders bei der Entwicklung der Wiederverwertung oder Veränderung sinnvoller Produkte genutzt. Es war viel leichter seine Berufung zu finden und auch viel leichter neue Wege zu beschreiten.

Organisationstalente strukturierten die Wünsche der einzelnen regional sowie weltweit.
Es war fast nicht zu glauben, es lief alles viel reibungsloser, als sich das irgendwer vorstellen konnte.
Am Schnellsten wurden die Versorgungsdenkweisen verändert. Nicht lange nach der Einführung minimierten sich schlagartig alle Verpackungsformen.

Lebensmittel wurden wenn möglichst lose oder in Pfandsystemen besorgt.
Einige der älteren Menschen gaben altes Wissen weiter und so wurden Lebensmittel direkt vor Ort gezogen. Alte Sorten lebten auf. Nahrungsaufnahme wurde wieder zur Gemeinschaftsveranstaltung.
Es wurde vieles, so schnell anders, dass besonders junge Menschen kaum nachkamen. Das Leben wurde zum Abenteuer. Selber Kochen – noch vor einem Jahr für viele ein Fremdwort führte zum großen experimentieren. Die Fertigzutaten wurden merklich weniger. Nahrungsmittel wurden wieder zu Lebensmitteln.
Geschmack wurde ganz neu erlebt.

Ich weiß gar nicht, was da noch alles verändert wurde. Für alles wurde eine Lösung gesucht und meistens auch gefunden.
Es gab Altlasten, die, wie der Atommüll, ganz besondere Lösungen brauchten. Der Ausstieg begann sofort. Atomkraftwerk für Atomkraftwerk wurde weltweit vom Netz genommen. Für die Lagerung wurden alle Möglichkeiten genutzt, um weitere Schäden massiv zu minimieren. Es gab keine Proteste für die Transporte – alles wurde transparent kommuniziert. Wir Menschen hatten gemeinsam die Verantwortung übernommen.
Der Energieverbrauch wurde minimiert, aber auch viele neue Wege für die Energiegewinnung eingeschlagen. Nach einigen Jahren gab es kaum noch Fitnessstudios, die Fremdenergie brauchten. Die Energie, die bei den Geräten durch Muskelkraft freigesetzt wurde fand den Weg in den Speicher.

ZweitesLeben

Wie damals auf Lanzarote kamen immer mehr Menschen in die Industriestaaten.
So viele Menschen starben – sie verhungerten, ertranken, verbrannten, …
Das Elend war so groß, dass jeder Weg genutzt wurde aus der alten Heimat wegzuziehen. Menschen verließen die Familien oder die wenigen, die von der Familie noch übrig waren, um überhaupt eine Chance zu erhalten.
Immer in der Hoffnung die Lieben eines Tages wiederzusehen.Die sozialen Systeme Weltweit brachen zusammen. Mehr denn je wurde mein und dein wahrgenommen. Die eigenen Errungenschaften wurden gehütet, die Errungenschaften der anderen begehrt.Nur noch die oberen hatten ein einigermaßen gutes Leben.Wir gehörten dazu, da Ärzte immer gebraucht wurden. Die Arbeit wurde aber immer härter, da viele Menschen nicht mehr bezahlen konnten.
Das Gesundheitssystem brach zusammen.
Mit Privatpatienten und angespartem, sowie einigem Land, hatten wir viele Möglichkeiten. Eure Uroma wohnte mit unseren Kindern auf dem Land. Den Kindern ging es gut. Wir hatten mit Bekannten einige Privatlehrer besorgt, damit die Kinder nicht auf die öffentliche Schule mussten.
Dort wurden die Zustände immer schlimmer.
Die Begehrlichkeiten wurden immer mehr. Die Werbung immer aggressiver, da alle verkaufen wollten. Im Fernsehprogramm wurden immer weniger Werte mitgeteilt.
Als wir so richtig kapierten, dass dies ein Leben war, das so nicht in eine akzeptable Zukunft führte waren einige Jahre ins Land gegangen.
Es war schwierig mit Menschen über die Zukunft ins Gespräch zu kommen.
Unser Bekanntenkreis bestand aus mehreren Menschen, die auch noch einigermaßen klar kamen. Aber auch hier herrschte der Gedanke die eigenen Möglichkeiten zu nutzen vor. Es gab so viel zu verlieren.
Wir erkannten auch keinen gangbaren Weg.
Das Eigene schützen war die einzige Möglichkeit.
Mit nur 12 Jahren starb Frederik. Er hatte Fußball gespielt als ein Streit mit einer anderen Mannschaft entbrannte. Frederik war im Verein. Aber die Zäune waren nicht hoch genug. Es wurden noch einige seiner Freunde überrannt. Zwei davon starben wie Frederik.
Wir waren so traurig.
Wir waren verzweifelt. Sollten wir unsere beiden Kinder jetzt nur noch hinter geschlossenen Zäunen halten.
Was war möglich, damit sich diese Welt nicht mehr so weiterentwickelt.
Politiker waren die am besten geschützten Personen, und doch gab es immer wieder Anschläge.
Unternehmer fielen auch immer wieder Protesten zum Opfer.
Es gab ein gut organisiertes Netz des Verbrechens. Die Medien berichteten täglich von den neusten Krawallen und Katastrophen.
Wir hatten uns noch mehr zurückgezogen. Die Praxis hatten wir aufgegeben. Auf dem Land lebten wir mit mehreren Familien recht abgeschieden.
Aber auch hier herrschte Argwohn. Gegenseitige Besuche wurden immer seltener. Die Kinder unterrichteten wir von zuhause aus.
Schulpflicht bestand auf dem Papier immer noch. Aber wer andere Möglichkeiten hatte nutzte diese.
Markus und Nicole wurden erwachsen. Sie blickten nicht auf eine unbeschwerte Kindheit zurück. Immer noch vermissten wir Frederik schmerzlich.
Irgendwann fand Markus seine Frau – ein ganz liebes Mädchen. Und als wir sicher waren, dass die beiden sich gegenseitig wirklich gut sind, da gab es seit langem mal wieder was zu feiern. Einige Zeit später wurde euer Vater geboren. Er sollte unser einziges Enkelkind bleiben. Denn Nicole wollte in diese Welt keine Kinder setzen.
Wir lebten alle gemeinsam in unserm Haus auf dem Land. Dort konnten wir einigermaßen sicher sein. Gut dass wir vorgesorgt hatten. Wir konnten uns relativ selbstständig versorgen. Und der ein oder andere Patient fand den Weg in unsere kleine Praxis im Dorf.
Es war ein so anderes Leben, als das, mit dem ich aufgewachsen war.
Meine Kinder hatten keine Freiheiten und euer Vater auch nicht.
Ich hatte einiges von der Welt gesehen. Ich hatte die Studienzeit genossen.
Ich konnte mich überall relativ frei aufhalten. Aber das war nicht mehr möglich.
Und uns ging es noch wirklich gut.
In den Medien wurde immer wieder berichtet. Die Katastrophen wurden immer mehr. Länder die ich noch bereist hatte waren inzwischen unbewohnbar. Inseln an deren Strand ich die Sonne genossen hatte, waren einfach nicht mehr da.
Es gibt inzwischen Bewegungen, die sich um die Umwelt bemühen.
Ich arbeite dort auch anonym mit. Öffentlich ist es einfach zu gefährlich.
Eure Großmutter starb, da war euer Vater gerade mal 10 Jahre.
Sie war vom Einkaufen nicht mehr zurückgekehrt. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass der letzte Laden hier im Dorf an dem Tag überfallen wurde.
Wir alle arbeiten fleißig auf dem Feld, damit wir genug zum Leben haben.
Die Bewegungen für die Umwelt werden immer aktiver. Ich kümmere mich soweit ich kann. Denn es ist inzwischen wirklich unsere einzige Chance.


Ein Leben
Jahre, nachdem die Entwicklung einer gemeinsamen Welt auf den Weg gebracht wurde, herrschte ein viel besseres Klima zwischen den Menschen aber auch im wahrsten Sinne des Wortes auf der Erde.
Menschen, die den alten Systemen nachtrauerten wurden immer weniger.Der Großteil der Menschen ist dankbar, dass dieser gemeinsame Weg beschritten wurde.
Es gab einige Menschen, die immer wieder einen Weg zurück suchten, aber auch diese erkannten im Laufe der Zeit die Vorteile.
Wir hatten immer noch die Gemeinschaftspraxis. Aber das Arbeiten machte viel mehr Freude als vorher. In den Zahnarztpraxen waren ebenso, wie in allen anderen Arztpraxen die Patientenzahlen gesunken. Wir hatten viele Kunden, die gemeinsam mit den Ärzten Wege für ein gesundes Leben sorgten. Ein Arztbesuch war inzwischen eine Freude. Selbst bei schweren Krankheiten konnten neue Wege beschritten werden. Es kam zu einer sinnvollen Verknüpfung von Schulmedizin und Naturmedizin. Erfahrungswerte wurden genutzt, um jedem Menschen die größtmögliche Chance auf ein gutes Leben zu geben. Nicht immer waren die Ärzte erfolgreich, aber die Lebensumstände machten die Menschen nicht noch nebenher kaputt. Es war Zeit seine Eltern oder geliebten Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten – ohne Stress bei der Arbeit oder in der Versorgung anderer Angehöriger. Es wurde immer ein Weg gefunden. Denn die Menschlichkeit hatte die oberste Priorität.In unserer Familie hatte sich auch einiges getan. Markus hatte geheiratet und Nino wurde geboren. Er bekam erst seine Schwester Rina. Und später kamen noch die Zwillinge Inga und Tine dazu.
Nicole und ihr Lebensgefährte bekamen Greg und Robert
Und Frederik freute sich mit seiner Frau über Jim und später Eve.Meine Frau und ich liebten diese Rasselbande und ich bin überzeugt, dass wir nicht halb so viel von unseren Kindern mitbekommen hätten, wenn das alte System weiter genutzt worden wäre.
Eure Uroma starb vor drei Jahren. Sie hätte sich genauso wie ich auf euch gefreut.

ZweitesLeben

Nino hat eure Mutter kennengelernt. Liebe ist immer noch ein so gutes Gefühl. Zum ersten Mal sehe ich ihn wirklich glücklich.
Heute haben eure Eltern uns mitgeteilt, dass da Zwillinge unterwegs sind. Sie haben sich entschuldigt. Sie wollten keine Kinder in die Welt bringen. Ihr seid ein Segen. Denn nun werden wir für euch alle Wege gehen, um doch noch ein wenig zu retten.
Es fühlt sich gut an, dass ihr kommt – für uns alle. Eure Eltern, eure Großeltern, eure Tante und mich.
Wir hatten schon irgendwie abgeschlossen.
Auch wenn wir die Bewegung immer unterstützt haben.
Wie viel wir noch erreichen können – wir wissen es nicht.
Aber wir werden alles tun, damit ihr ein besseres Leben bekommt, als wir es uns momentan vorstellen können.
Seid willkommen.

 


Ein Leben
Ihr kommt in eine gute Welt. All die Lasten, an denen die Welt früher zerbrochen wäre machen heute keine Angst mehr.Egal wo ein Mensch auf dieser Welt lebt. Die meisten freuen sich mit euch und jedem anderen Kind, dass wir eine Gemeinschaft leben und dass jeder seine Aufgaben mit Freude erledigen kann.Seid willkommen.

 

ZWeiNLeben

Fiktiv und doch so real