Lisa Martins Traum der 10 - 1. Seite
Ein Mann sprach mich an „Hallo, ich bin Pedro und komme aus Brasilien. Wo kommen Sie her?“ „Von hier, ich bin gerade meine Straße entlang gelaufen und kenne mich jetzt gar nicht mehr aus! Wo sind wir überhaupt?“
„Das weiß ich auch nicht so genau, aber wir alle sind gerade unsere Straße entlang gelaufen, ich in Brasilien, Li Ping in China und Jim in Kanada und Ali im Iran. Mit denen, die wie Sie etwas später gekommen sind, habe ich noch nicht gesprochen. Es ist alles ein bisschen komisch“, sagte Pedro „Und wo kommen Sie her?“
„Ich komme aus Deutschland“, antwortete ich. „Aber wie komme ich hier her und wo sind wir überhaupt?“
Die Situation war auch wirklich seltsam, an einem so schönen Ort treffen sich zehn Menschen einfach so. Jeder ist von einem ganz anderem Land bzw. Erdteil gekommen.
Wir stellten uns gegenseitig vor. Es sollte einfach so sein. Irgendwie war die ganze Situation selbstverständlich. Wir verstanden uns, aber ich weiß nicht, in welcher Sprache geredet wurde. Zehn Menschen gingen auf ihrer Straße spazieren, jeder empfand seine Straße, seine Umgebung schöner, freundlicher als je zuvor. Alle gingen ihre Straße weiter und kamen an diesem Ort zusammen.
Zehn Menschen in einer sehr fremden Situation. Aber dann, wir hatten uns alle recht lange über dieses und jenes unterhalten, wie mit guten Bekannten, ja Freunden, tauchte die Frage auf : „Was machen wir hier eigentlich, warum sind gerade wir hier zusammengekommen?“
Diese Fragen waren nicht zu klären. Uns allen fiel kein Grund, kein gemeinsames Interesse auf. Aber dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, als ob wir eine Familie wären, das bestand zwischen uns. „Wir wollen uns nicht aus den Augen verlieren, wir wollen uns wieder treffen.“ Wir alle hatten den starken Wunsch – es musste möglich sein, Kontakt aufzunehmen! „Ja, aber wir wissen ja nicht einmal, wo wir sind“ sagte Ines aus Mexiko fast verzweifelt.
Wir waren so greifbar, so nah.
„Ich hab’s!“ rief Ragaonah aus Madagaskar. „Wir inserieren in einer Zeitung, die es überall gibt!“ „Nein, so eine Zeitung gibt es nicht. Aber wir können ja jetzt verabreden welche Zeitungen am geeignetsten sind und dann inseriert jeder in einer Zeitung eines anderen Landes! Wir haben die Prawda in Russland“, sagte Igor „und eine Chinesische Zeitung muss von uns aus erreichbar sein.“
Li Ping nickte: „Ich kann die Guangming Ribao bekommen! Und mir sollte es möglich sein, im Iran in einer Zeitung zu inserieren.“
„Ja“, - Ali stand die Spannung ins Gesicht geschrieben - „bei uns gibt es die Abrar. Und nach Madagaskar sollte es dann auch eine Verbindung geben.“
Ragaonah lachte: „Inseriere in die Midi-Madagascar; die lese ich jeden Tag! Und in Australien wird es auch eine große Zeitung geben.“
„Die The Austalian kann ich bekommen!“ Gill strahlte „Ja, und ich werde dann eine Anzeige in Chile aufgeben.“
„In der La Tercera de la Hora, das ist bei uns die wichtigste Zeitung. Und in Brasilien kenne ich die O Globo, wenn es dir recht ist, Pedro, inseriere ich darin!“
„Klar, die hätte ich auch vorgeschlagen“, dieser nickte, „und welche ist die richtige Zeitung für dich, Ines?“
„Die Esto, die bekomme ich auch auf dem Lande.“, Ines schaute Jim fragend an.
„Bei uns bekomme ich die Toronto Globe and Mail. Und soviel ich weiß, Lisa, ist die Frankfurter Allgemeine bei Euch überall erhältlich“, erklärte Jim.
Ich nickte: „Und ich inseriere in die Komsomolskaja Prawda. Dann können wir uns ja gar nicht verpassen. Aber an welchem Tag, und was schreiben wir hinein? Bei diesen Zeitungen finden wir sonst die Anzeige ja nie.“
„Das ist nicht so einfach.“ Gill dachte nach. - - - - - - - - - - „Wo sind wir hier, auf der Erde? Zwischen Schlafen und Wachen? In einem Raum weit weg von der Erde? Ich weiß nicht, wie ich es definieren soll!“ Jim lachte: „Vielleicht ist es ja nur ein Traum!“
„Aber können Träume so real, so greifbar sein?“ Igor schüttelte den Kopf. „Aber es ist ja jetzt nicht so wichtig, nehmen wir einfach an, es ist ein Traum. Hauptsache, wir treffen uns in der Realität wieder! Hauptsache, wir hören voneinander! Wir sind zehn Personen, warum schreiben wir nicht = Der Traum der 10 = und weiter schreibe ich dann = Li Ping melde dich, Igor = Und dann hat Li Ping die Möglichkeit, mir einen Brief zu schreiben mit ihrer Adresse, und so weiter.“
Li Ping sah nachdenklich aus: „Und in welcher Sprache schreibe ich?“
Daran hatte noch keiner gedacht. Welche Sprache wurde zwischen uns gewechselt? Wir sprachen doch einfach, so wie mit einem Nachbar!!!!!!!
Um uns herum wurde alles diesig und unklar. Da rief Ali: „Auf jeden Fall soll die Anzeige am 21. Februar in die Zeitung. Und mit der Sprache kann sich ja jed... ...nen....... g...... le...... w....... s...“ weiter
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